
Die Stadt Florenz
Florenz ist die Hauptstadt der Toskana, gegründet von den Römern, die ihr den Namen von Florentia gaben. Im Mittelalter, nach der Dekadenz der barbarischen Epoche, erblühte die Stadt in der karolingischen Zeit erneut auf und erreichte ihren kulturellen Höhepunkt zwischen dem XI. und dem XV. Jh. als freier Stadtstaat, im glücklichen Einvernehmen der Autorität der Kaiser und jener der Päpste und überwand dabei die Schwierigkeiten der internen Kämpfe zwischen Guelfen und Gibellinen.
Im XV. Jh. fiel sie unter die Adelsherrschaft der Medici, die daraufhin durch eine politische Aktion der territorialen Ausdehnung Großherzoge der Toskana wurden. In diesem Zeitalter, der Renaissance, erreichte die Stadt den größten Glanz in den Künsten und der Kultur, der Politik und der wirtschaftlichen Macht.
Dem Großherzogtum der Medici folgte im XVIII. Jh. jenes der Lorena, bis 1860 mit der Vereinigung Italiens und Gründung der Republik, Florenz dieser beitrat, Teil davon wurde und die Hauptstadtrolle von 1865 bis 1871 übernahm. Florenz ist eine der wichtigsten Städte unter dem künstlerischen und historischen Gesichtspunkt, hier finden Sie einige sehenswerte Monumente und Museen.
Die Uffizien
Dies ist eines der berühmtesten Museen der Welt wegen seiner bemerkenswerten Kollektionen von Gemälden und antiken Statuen. Seine Gemäldesammlungen aus dem 14. Jh. und der Renaissance enthalten einige der absoluten Meisterwerke der Kunst aller Epochen. Man braucht nur an die Namen von Giottooder Raffaello so wie Michelangelo und Caravaggio zu denken. Wichtig sind auch die Sammlungen der deutschen, holländischen und flämischen Maler, wie: Dürer oder Rembrandt so wie Rubens.
Die Wegstrecke liegt im zweiten Stock des großen Gebäudes, das zwischen 1560 und 1580 erbaut wurde, und sich in den 45 Sälen und in den Vorhallen erstreckt, die entlang von drei Gallerien angeordnet sind. Im Komplex der Vasari werden andere wichtige Sammlungen aufbewahrt: die Sammlung "Contini Bonacossi" und das Kabinett "Disegni e Stampe" (Zeichnungen und Drucke) der Uffizien. Der Vasari-Korridor ist ein Korridor, 1565 von Vasari erbaut, der das Gebäude der Uffizien mit dem Palazzo Vecchio und dem Palazzo Pitti verbindet. Dort werden wichtige Gemäldesammlungen des 17. Jh. und die Sammlung der Selbstporträts ausgestellt.
Die Uffizien
Palazzo Pitti
Um 1450 erbaut war er früher die Residenz der Großherzoge der Toskana und später der Könige von Italien, heute beherbergt er verschiedene wichtige Sammlungen von Gemälden und Skulpturen, Kunst-, Porzellangegenständen sowie eine Galerie der Kostüme. Hinter dem Palazzo Pitti breitet sich der Giardino di Boboli (Boboli-Garten) aus, einer der ersten und berühmtesten italienischen Gärten. Die "Galleria Palatina" und die "Appartamenti Reali" (die Königlichen Gemächer) nehmen das ganze noble Geschoss des Palazzo Pitti ein.
Die Galleria Palatina, die sich am linken Flügel des Palastes befindet, wurde zwischen dem Ende des 18. Jh. und den ersten Jahrzehnten des 19. Jh. von den Lorena erbaut, die die Meisterwerke, vor allem von den Sammlungen der Medici, in den Ausstellungssälen unterbrachten, die Werke von Raffaello, Tiziano, Caravaggio, Rubens, Pietro da Cortona und von anderen italienischen und europäischen Meistern einschließen. Die Appartamenti Reali nehmen die 14 prachtvollen Säle des rechten Seitenflügels des Palastes ein, früher Privatresidenz der königlichen Familien und sie sind mit Möbeln, Einrichtungsgegenständen und Kunstwerken aus dem 16. bis 19. Jh. eingerichtet.
Piazza del Duomo (Dom Platz)
Der Dom ist die Kathedrale von Florenz. Er ist Santa Maria del Fiore geweiht und im gotischen italienischen Stil gehalten. Das Gebäude wurde von Arnolfo di Cambio entworfen (1245-1302) und stellt eine der größten architektonischen Skulpturen jener Epoche dar. Beendet um 1367, wurde es vollständig mit buntem Marmor verkleidet, wie das Baptisterium, obwohl die Fassade bis zum 19. Jh. unvollendet geblieben ist.
Von primärer Wichtigkeit sind die Fresken auf der linken Seite, die Rittermonumente des "Condottiero"(Generals) von Paolo Uccello (1436) und Andrea del Castagno (1456) zeigen. Die Kuppel des Doms ist von Filippo Brunelleschi, der ihren Bau 1420 begann. Der Durchmesser der breitesten Stelle beträgt 41,50 m, nahe dem Maximum des Erlaubten für jede Art von Kuppel. Von besonderer Bedeutung ist die angewandte Technik von Brunelleschi, innovativ für jene Epoche, da ohne den Gebrauch von Gerüsten, nur durch eine doppelte Kalotte während des Baus von selbst gehalten. Die Kuppel wurde 1436 fertiggestellt und ihre Gewölbe sind von Giorgio Vasari (1511-1574) und Federico Zuccari (ca. 1540-1609) mit einem Fresko bemalt worden, welches das Giudizio Universale (das Jüngste Gericht) darstellt.
Das Baptisterium, das S. Giovanni, dem Schutzpatron von Florenz geweiht wurde, verwahrte das Taufbecken, welches im XVI. Jh. abgerissen wurde. Das Baptisterium hat eine achteckige Form und ist mit buntem Marmor überzogen und besitzt ein pyramidenförmiges Dach mit Laterne. Berühmt sind seine bronzefarbenen Türen, die das Werk verschiedener Künstler sind, wie Andrea Pisano (Südtür) und Lorenzo Ghiberti (Nord- und Osttür).
Der Kirchturm der Kathedrale, besser bekannt als Campanile di Giotto, 85 m hoch und mit 5 Geschossen, wurde von Giotto entworfen, obwohl zum Zeitpunkt seines Todes 1337 nur der unterste Teil fertiggestellt war. Die Arbeit wurde von Andrea Pisano (ca. 1290-1349) fortgeführt, der das Geschoss mit den Fenstern als Schießscharten verwirklichte sowie Francesco Talenti (1325-1369), der die letzten drei Geschosse komplettierte und dabei das Dekor in Marmorrelief wieder aufgriff.
Piazza della Signoria und Palazzo Vecchio
Piazza della Signoria, bürgerliches und politisches Zentrum der Stadt vom Mittelalter bis heute, ist eine einzigartige urbane Verwirklichung, die ab 1268 Form annahm. Der Palazzo della Signoria oder Palazzo Vecchio wie wir ihn heute sehen, ist das Ergebnis von mindestens drei aufeinanderfolgenden Bauphasen ab ca. 1300 unter Planung von Arnolfo di Cambio (von dem der Turm Arnolfo mit den charakteristischen Zinnen stammt), mit der Vorderseite zum Platz und neben der Loggia der Lanzi aus dem 14. Jh., die berühmte Skulpturen verwahrt. Vor der Vorderfront kann man zahlreiche Statuen bewundern, darunter der David von Michelangelo (Original: Galleria della Accademia).
Obwohl der Palast heute die Büros der Gemeinde beherbergt, kann man ihn jedoch zum großen Teil besichtigen. Für die Öffentlichkeit zugänglich sind der Salone dei Cinquecento (der Saal des Rates der 500), das Studiolo di Francesco I und die vier monumentalen Apartments: das Quartiere degli Elementi, das Quartiere di Eleonora di Toledo, die Residenza dei Priori und das Quartiere di Leone X, wo sich heute die Repräsentationsräume des Bürgermeisters und des Ausschusses befinden, der die Stadt regiert. Im Salone dei Duecento werden wieder die Sitzungen des Gemeinderates abgehalten, und er ist deshalb nicht immer für das Publikum geöffnet.
Ponte Vecchio
Die älteste Brücke in Florenz, vielleicht bereits in der Epoche der römischen Kolonie erbaut, wurde am schmalsten Punkt des Arno 1345 konstruiert. Die Brücke ist so breit, daß sie zwei seitliche Bogengänge einschließt, welche die charakteristischen Holzläden beherbergen, seinerzeit der Fleischer (oder Schlachter), die später von solchen aus Mauerwerk von Gold- und Silberschmieden ersetzt wurden, nach dem Bau des darüber liegenden Vasari-Korridors; der es den Medici ermöglichte, vom Palazzo Vecchio aus den Palazzo Pitti (Familienresidenz) zu erreichen, ohne auf die Straße treten zu müssen. Auf der Mitte der Brücke hat man einen schönen Ausblick auf den Arno, wo sich die Büste von Benvenuto Cellini befindet.
Bargello-Museum
Der Palast ist eines der ältesten öffentlichen Florentiner Gebäude, das um Mitte 1200 für den Capitano del Popolo (Milizhauptmann) errichtet wurde, wurde dann Sitz des Podestà (Bürgermeisters) und anschließend des Bargello (oder Capitano di Giustizia/damaliger Volksrichter der Gemeinde) und beherbergte zwischen 1500 und Ende 1700 das Florentiner Gefängnis.
Ab 1865 werden im Palast, der Nationalmuseum geworden ist, einige der wichtigsten Skulpturen der Renaissance aufbewahrt, unter ihnen Meisterwerke von Donatello, Luca della Robbia, Verrocchio, Michelangelo, Cellini. Das Museum verwahrt auch renommierte Sammlungen aus Bronze, Majoliken, Wachs, Emaillen, Medaillen, Elfenbein, Bernstein, Gobelin, Möbel, Siegel und Textilien, die teilweise aus den Medici-Kollektionen und zum Teil aus privaten Spenden (Carrand) stammen.
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